[Autoren-Check] Paul Auster

Hallo Leute!

Heute möchte ich euch den US-amerikanischen Autor Paul Auster vorstellen. Es wundert mich ehrlich gesagt, dass er hier in Deutschland weitgehend unbekannt ist, obwohl er in Amerika auf den Best-Sellern steht und mit mehrfach mit Auszeichnungen belohnt wurde.
Umso größer ist der Drang, ihn in die Welt hinaus zu posaunen. Es ist wirklich nur eine minimale Übertreibung, wenn ich hier von einem absoluten Genie und einem der geistreichsten Autoren der zeitgenössischen Literatur spreche.
Obwohl ich seine Bücher selten mit voller Wertung bewerten würde, finde ich jedoch insgesamt, dass er in seiner Art faszinierend schreibt und ich daher immer wieder gerne zu seinen Büchern greife.



Kurzbiographie


Bild © by Lotte Hansen
 Paul Auster wurde 1947 in New Jersey geboren und arbeitet nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Kritiker, Übersetzer und Regisseur. Seine Werke umfassen nicht nur Prosa, sondern auch Lyrik und Essays. Er studierte Anglistik und Literaturwissenschaft.

Bereits früh entdeckt er sein Interesse am Schreiben und hegt den Wunsch, irgendwann Autor zu werden. Er lebte einige Zeit in Frankreich, wo er sich intensiv mit franzözsischer Lyrik auseinandersetzte.

Geprägt hat ihn der Verlust eines Freundes, als sie im Jugendalter von einem Gewitter überrascht wurden, sowie auch die frühe Scheidung der Eltern und der Tod des Vaters.

Mit seinen Kriminalromanen, der New-York-Trilogie, gelang ihm schließlich der Durchbruch.

Heute, mit knapp 70 Jahren, lebt er mit seiner Frau und seinen Kindern in Brooklyn und veröffentlicht nach wie vor Werke.


Stil


Paul Austers Bücher sind geprägt von experimentellem, einzigartigen Erzählstil. Virtuos setzt er falsche Köder, spielt mit uns als Leser und auch mit unseren Erwartungen. Plötzlich, früher oder später, merkt man, dass es nicht mehr um das geht, worum es die ganze Zeit ging. Mehrmals wechselt die Erzählperspektive, oder sie wird einem erst im Folgenden klarer. Manchmal ist es nur der letzte Satz, der einem Aufschluss gibt, von wem eigentlich die Geschichte erzählt wird. Meistens ist es nicht die Story, die fasziniert, sondern tatsächlich, wie es geschrieben ist. Regelrecht wird man von Brainfucks bombadiert, die einem nachdrücklich in Erinnerung bleiben.
Meistens behandelt er in seinen Werken die Sinnfrage, Identitätssuche und den Zufall als harten Richter. Viele seiner Protagonisten erleiden irgendeinen unvorhersehbaren Schicksalsschlag und sind isoliert von der Gesellschaft, vom Obdachlosen bis zum Millionär. Meistens entdeckt man autobiographische Einflüsse (Alter Egos). Daher wirken Gefühle und Gedanken, die er beschreibt, unheimlich präzise und authentisch.
Man merkt einfach, seine Romane sind nicht dumm. Mit viel Inhalt und etwas kopflastig sind sie unheimlich liebevoll und aussagekräftig.

Zitate


"Selbst, wenn wir allein sind, werden wir von den Menschen bewohnt, die uns gemacht haben"
(Interview auf Welt Online, 2008)

"Ich lebe mit meinen Romanfiguren durchschnittlich fünf Jahre lang, ehe ich überhaupt zu schreiben anfange. Sie verwandeln sich, und aus Geistgestalten werden richtige Personen. Wenn das Buch dann fertig ist, bleiben diese Charaktere übrig, und ich kann sie einfach nicht mehr loswerden."
(Interview mit Michael Neumann in die Zeit 06/2007)

"Aber wenn man wirklich etwas erreichen will, ganz besonders in der Kunst, muss man die Courage haben, sich an innere Orte zu begeben, die man gar nicht gern aufsucht."
(Interview mit Christiane Korff in Zeitmagazin 18/1998)

“The story is not in the words; it's in the struggle.” 
(New-York-Trilogie)

  "The pen will never be able to move fast enough to write down every word discovered in the space of memory. Some things have been lost forever, other things will perhaps be remembered again, and still other things have been lost and found and lost again. There is no way to be sure of any this"
(Invention of Solitude / Die Erfindung der Einsamkeit)

"You think it will never happen to you, that it cannot happen to you, that you are the only person in the world to whom none of these things will ever happen, and then, one by one, they all begin to happen to you, in the same way they happen to everyone else."
(Winter Journal)


 Rezensierte Bücher:


http://blaetterwind.blogspot.de/2014/10/rezension-die-new-york-trilogie-stadt.html

Kommentare:

  1. Das hört sich vom Stil her sehr interessant an, allerdings klingen die Bücher inhaltlich nicht so nach meinem Geschmack. Krimis langweilen mich leider sehr...

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    1. Ja, ich steh eigentlich auch nicht auf Krimis, aber das liest man wirklich nicht unbedingt deswegen so toll. Man liest es wirklich eher wegen der Art, mit dem Leser zu spielen. Auster schreibt außerdem auch andere Bücher, die ich irgendwann auch mal vorstelle :)

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